Die häufigsten Fehler vor der Gründung
Die häufigsten Fehler vor der Gründung
Auf dem Weg in die Selbstständigkeit gibt es viele Stolpersteine, die du unbedingt umgehen solltest.
Die nachfolgenden Aussagen hören wir als Gründungsberatung immer wieder und sind meist aus Unwissenheit oder Denkfehlern entstanden. Mit dieser strukturieren Aufführung und unseren Ausführungen zu jeder Aussagen, wollen wir dich davor bewahren, womöglich teure Fehler zu machen – sei es bei der Planung deines Geschäftsmodels, der Akquise erster Kunden oder der Beantragung von Fördermitteln wie dem Gründungszuschuss.
Nachfolgend unterteilen wir das FAQ zum Gründungszuschuss in die folgenden Bereiche:
1. Idee & Validierung
1. Idee & Validierung
„Ich darf niemandem von meiner Idee erzählen, sonst wird sie geklaut.“
Eine Idee ohne Umsetzung ist wertlos. Wenn du nicht über deine Idee sprichst, erhältst du kein Feedback. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand dein Konzept stiehlt
„Meine Freunde und Familie finden die Idee super.“
„The Mom Test“: Menschen, die dich mögen, wollen dich nicht verletzen und lügen oft unbewusst („Das ist toll!“). Valides Feedback erhältst du nur von fremden Personen, die zur echten Zielgruppe gehören und bereit wären, Geld dafür auszugeben.
„Es gibt keine Konkurrenz, wir sind die Einzigen.“
Das ist fast nie wahr. Wenn es keine direkte Konkurrenz gibt, gibt es eine indirekte (wie das Problem bisher gelöst wurde, z.B. Excel-Listen oder Stift & Papier). Wenn es wirklich gar keine Lösung gibt, existiert vielleicht auch kein Markt.
„Das Produkt muss perfekt sein, bevor wir an den Markt gehen.“
Perfektionismus gefährdet die Gründung. Baue ein MVP (Minimum Viable Product) – die einfachste Version, die das Kernproblem löst. Lerne durch das Feedback der ersten Nutzer, statt monatelang im stillen Kämmerlein zu entwickeln.
„Jeder ist meine Zielgruppe.“
Wer versucht, alle anzusprechen, erreicht niemanden. Definiere am Anfang eine spitz zulaufende Nische (Early Adopters), deren Problem so groß ist, dass sie auch eine unperfekte Lösung kaufen.
„Ich habe die Lösung, jetzt suche ich die Kunden.“
Ein klassischer Fehler. Erfolgreiche Gründungen starten oft beim
2. Geschäftsmodell & Planung
2. Geschäftsmodell & Planung
„Wir machen das über Werbung.“
Werbeeinnahmen funktionieren oft erst ab gigantischen Nutzerzahlen. Für 99 % der Existenzgründungen ist dies am Anfang kein tragfähiges Modell. Überlege dir ein direktes Ertragsmodell (Verkauf, Abo, Vermittlungsgebühr).
„Wir sind einfach billiger als die Konkurrenz.“
Ein Preiskampf ist für junge Unternehmen fast immer tödlich, da etablierte Firmen größere Skaleneffekte haben. Versuche stattdessen, „besser“, „schneller“ oder „spezialisierter“ zu sein.
„Der Businessplan ist nur für die Bank.“
Auch wenn du keinen 40-seitigen Plan schreibst: Ein Business Model Canvas hilft dir, Lücken in deiner Logik zu finden. Du musst verstehen, wie Kundenakquise, Kostenstruktur und Einnahmequellen zusammenhängen.
„Gutes Marketing passiert durch Mundpropaganda von allein.“
„Viralität“ ist keine Strategie, sondern ein Glücksfall. Du brauchst einen konkreten Plan („Go-to-Market“), wie du die ersten 10, 100 und 1.000 Kunden gewinnst und was dich ein Kunde kostet (CAC – Customer Acquisition Cost).
„Wir bieten alles aus einer Hand an.“
Ein „Bauchladen“ verwässert dein Profil. Spezialisiere dich auf eine Kernkompetenz. Kunden vertrauen Spezialisten oft mehr als Generalisten, die alles ein bisschen, aber nichts richtig können.
3. Finanzplanung & Fördermittel
3. Finanzplanung & Fördermittel
„Ich gründe erst mal offiziell und beantrage dann den Gründungszuschuss.“
Teurer Fehler! Die meisten Förderprogramme (z.B. Gründungszuschuss der Arbeitsagentur oder EXIST) setzen voraus, dass die Gründung
„Ich brauche kein Gehalt, ich lebe von Ersparnissen.“
Das geht selten lange gut. Plane deine privaten Lebenshaltungskosten (Miete, Essen, Versicherungen) als fixen Kostenblock in der Selbstständigkeit ein. Wenn du private Sorgen hast, kannst du dich nicht auf das Geschäft fokussieren.
„Umsatz ist gleich Gewinn.“
Viele vergessen Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Versicherungen, Rücklagen und diverse kleine Posten. Von 100 € Umsatz bleiben dir am Ende oft weniger als 50 € zur freien Verfügung.
„Ich nehme einen Kredit auf, um meine Anteile zu bezahlen.“
Private Verschuldung für das Stammkapital (z.B. bei einer GmbH) ist riskant. Wenn das Vorhaben scheitert, ist das Geld weg, aber der Kredit läuft privat weiter. Versuche „Bootstrapping“ (Eigenfinanzierung aus dem Cashflow) so weit wie möglich.
4. Teamfindung & Gründungspartner
4. Teamfindung & Gründungspartner
„Wir teilen die Anteile 50/50, das ist nur fair.“
Eine pauschale Teilung zu Beginn ignoriert, dass sich Lebensumstände ändern. Was, wenn einer nach 6 Monaten nur noch Teilzeit arbeitet? Besser: „Vesting“-Regelungen (Anteile werden über Jahre verdient) oder Aufteilung nach tatsächlichem Beitrag/Risiko.
„Mein bester Freund ist der ideale Geschäftspartner.“
Freundschaft und Geschäft sind zwei Paar Schuhe. Ein guter Freund ist nicht automatisch kompetent oder stressresistent. Eine gemeinsame Gründung kann eine Freundschaft zerstören. Prüft vorher professionell, ob ihr arbeitsfähig seid.
„Wir sind uns einig, wir brauchen keinen Vertrag.“
Solange die Sonne scheint, braucht man keinen Regenschirm. Aber wenn es Streit gibt oder jemand aussteigen will, ist ein schriftlicher Gesellschaftervertrag überlebenswichtig. Er regelt Ausscheiden, Abfindungen und Entscheidungsgewalt.
„Wir können beide alles ein bisschen.“
Homogene Teams (z.B. zwei Informatiker) haben es schwer. Ein erfolgreiches Team braucht komplementäre Fähigkeiten: Einer baut das Produkt (Technik), einer verkauft es (Vertrieb), einer kümmert sich um Organisation/Finanzen.
„Konflikte klären wir dann, wenn sie auftreten.“
Klärt vorher, wie ihr entscheidet, wenn ihr euch uneinig seid (Deadlock-Situation). Wer hat bei welchem Thema (Technik vs. Finanzen) das letzte Wort?
5. Rechtliche Vorbereitung
5. Rechtliche Vorbereitung
„Die Domain war frei, also kann ich den Namen nutzen.“
Eine freie .de-Domain bedeutet nicht, dass keine Markenrechte verletzt werden. Prüfe unbedingt beim DPMA (Markenregister) und idealerweise international, ob der Name geschützt ist. Eine Umbenennung nach Abmahnung ist teuer und peinlich.
„Ich gründe sofort eine GmbH, das wirkt seriöser.“
Eine GmbH bringt hohe Gründungskosten, Bilanzierungspflichten und Notargebühren mit sich. Für den Start zum Testen reicht oft ein Einzelunternehmen oder eine GbR. Wechsle die Rechtsform erst, wenn Umsatz oder Haftungsrisiko es rechtfertigen.
„Ich brauche keine Experten und nutze einfach Google.“
Das Internet liefert allgemeine Informationen, aber keine Rechtssicherheit. Ein Anwalt oder Steuerberater haftet für seine Beratung – eine Suchmaschine nicht. Wer bei komplexen Themen wie Gesellschafterverträgen oder Steuern auf gefährliches Halbwissen setzt, spart am falschen Ende und riskiert die Existenz des Unternehmens.
„AGBs kopiere ich einfach von der Konkurrenz.“
Das ist eine Urheberrechtsverletzung und oft inhaltlich falsch, da deren AGBs nicht zu deinen Prozessen passen. Das ist ein gefundenes Fressen für Abmahnanwälte. Nutze Generatoren von Anwaltsportalen oder (besser) eine individuelle Beratung.
„Impressum und Datenschutz sind zweitrangig.“
Eine Website ohne korrektes Impressum oder Datenschutzerklärung ist ab Minute 1 abmahnfähig. Das sind unnötige Kosten („Lehrgeld“), die man leicht vermeiden kann.
„Gewerbeanmeldung mache ich später.“
Sobald du mit Gewinnerzielungsabsicht nach außen trittst (Website online, Werbung geschaltet), musst du in Deutschland meist ein Gewerbe angemeldet haben (außer Freiberufler). Rückwirkende Anmeldungen können Bußgelder nach sich ziehen.
6. Persönliche Voraussetzungen
6. Persönliche Voraussetzungen
„Ich will mein eigener Chef sein, um weniger zu arbeiten.“
Als Gründer arbeitest du oft „selbst und ständig“. In den ersten Jahren liegt die Arbeitslast meist deutlich über einem 40-Stunden-Job. Freiheit bedeutet hier eher Entscheidungsfreiheit, nicht Freizeit.
„Ich gründe, um schnell reich zu werden.“
Die meisten Unternehmen brauchen 3–5 Jahre, bis sie wirklich gut laufen. Wenn Geld die einzige Motivation ist, wirst du in den harten Phasen (die garantiert kommen) aufgeben. Du brauchst Leidenschaft für das Thema.
„Ich mache das nebenbei, ohne Risiko.“
Nebenberuflich Gründen ist super zum Testen. Aber sei dir bewusst: Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Unternehmen nicht wächst, wenn du nicht „All-in“ gehst. Halbherzigkeit führt oft zum langsamen Tod der Idee.
„Ich muss niemandem Rechenschaft ablegen.“
Irrtum. Du hast zwar keinen Vorgesetzten, aber du hast Kunden, Investoren, Mitarbeiter und das Finanzamt. Diese „Chefs“ sind oft strenger und unnachgiebiger als ein Vorgesetzter im Angestelltenverhältnis.
„Ich habe keine Angst vor dem Scheitern.“
Ein gesundes Risikobewusstsein ist wichtig. Blinder Optimismus ist gefährlich. Frage dich ehrlich: „Was ist das Schlimmste, das passieren kann?“ Wenn du mit dem Worst-Case (z.B. Verlust der Ersparnisse) leben kannst, bist du bereit.
Gründungsberatung kostenfrei! Dank AVGS.
Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, kurz AVGS, ist das Instrument, um arbeitslosen Gründungswilligen eine Beratung kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Im Normalfall genügt es bereits, wenn du freigestellt und arbeitssuchend gemeldet bist, damit dir dein Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit einen AVGS ausstellen kann. Frage dazu einfach proaktiv deinen Sachbearbeiter.
Als AZAV-zertifizierter Bildungsträger dürfen wir diese Gutscheine annehmen und rechnen dann direkt mit dem Träger ab, sodass für dich keinerlei Kosten entstehen.
Du hast keinen Anspruch auf einen AVGS?
Kein Problem!
Wir sind bei weiteren Förderprogrammen gelistet wie bspw. der BAFA Unternehmensberatung für KMU oder dem Beratungsprogramm Wirtschaft NRW.
Die Förderquoten für dich belaufen sich hier normalerweise auf 50 % bis 100 % der Gesamtkosten unserer Gründungsberatung.
Schreib uns einfach eine Nachricht und wir kümmern uns gemeinsam um die Beantragung!
Heute Träumer. Morgen Gründer!
Teile uns einfach deine Geschäftsidee mit und wir melden uns in Kürze bei dir für ein kostenfreies Erstgespräch.
Oder ruf einfach an — 02152 8079561
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