Das grosse FAQ zum Businessplan
Das grosse FAQ zum Businessplan
Der Businessplan ist für viele Gründende das Werkzeug, durch das ihnen erstmals eine Planungsstruktur gegeben wird und durch das sie die Möglichkeit erhalten, Finanzierungen oder Fördermittel zu beantragen.
Da jedoch (fast) niemand lernt einen passenden Businessplan für ein spezifisches Vorhaben zu schreiben, zerbrechen sich viele angehende Selbstständige stundenlang den Kopf darüber, welche Inhalte in ihn hinein sollten.
Das vorliegende FAQ soll dir Klarheit bringen und dich an einigen unserer Erfahrungen teilhaben lassen, damit es dir leichter fällt mit deinem Businessplan dein Ziel zu erreichen
Nachfolgend unterteilen wir das FAQ zum Businessplan in die folgenden Bereiche:
- Grundlagen und Basisiwissen
- Struktur und Inhalt (Der Textteil)
- Zahlen, Daten, Fakten (Der Finanzteil)
- Zielgruppe: Für wen schreibst Du?
- Behörden und Gründungsförderung
- Die fachkundige Stelle & Tragfähigkeit
- Erstellung: DIY vs. Professionelle Hilfe
- Finanzierung des Businessplans (AVGS & Förderung)
- Typische Fehler & Stolperfallen
- Nach der Gründung: Der Businessplan als Werkzeug
1. Grundlagen und Basisiwissen
1. Grundlagen und Basisiwissen
Was ist der Hauptzweck eines Businessplans?
Der Businessplan ist dein Beweis, dass du dich umfangreich mit deinem Geschäftsmodell auseinandergesetzt und dich auf verschiedene Eventualitäten vorbereitet hast. Auf der einen Seite dient er dir als strukturiertes Dokument, das dich die verschiedenen Themenbereiche deiner Selbstständigkeit zusammenbringen lässt, und auf der anderen Seite dient er als Grundlage für den Aufbau von Vertrauen zu Geldgebern. Nur wenn Behörden, Banken oder Investoren dir vertrauen, wirst du Geld von ihnen für deine Selbstständigkeit erhalten und dafür ist ein gut ausgearbeiteter Businessplan in der Regel unerlässlich.
Reicht ein Business Model Canvas als Businessplan-Ersatz aus?
Kurz gesagt: Nein. Das Business Model Canvas (BMC) ist ein genialer erster Entwurf, um deine Idee auf einer einzigen Seite zu strukturieren. Es ist quasi die Skizze deines Hauses. Der Businessplan hingegen ist der detaillierte Bauplan inklusive Statik und Kostenrechnung. Für dich zur Orientierung ist das BMC super und empfehlenswert, aber wenn du Förderungen (wie den Gründungszuschuss) oder einen Kredit willst, verlangen die Stellen immer einen ausformulierten Businessplan inklusive Finanzteil.
Ab welchem Zeitpunkt in der Gründungsphase sollte ich mit dem Schreiben beginnen?
Der Businessplan ist kein strategisches Planungswerkzeug wie der Business Model Canvas, die Customer Journey oder eine Wettbewerbsanalyse, sondern bringt die Ergebnisse dieser Werkzeuge zusammen.
Der optimale Zeitpunkt zur Erstellung ist also, wenn du die Planung deiner Selbstständigkeit abgeschlossen hast und dich nun in der Vorbereitung auf die Beantragung von Geldern befindest. Überlege dabei unbedingt, welche Sorgen und Erfahrungen die Stelle hat, bei der du deinen Businessplan einreichen willst, um diese von vorne herein berücksichtigen zu können.
Im Rahmen unserer Gründungsberatung unterstützen wir dich gerne bei der gesamten strategischen Planung deines Geschäftsmodells und der nachfolgenden Erstellung deines Businessplans.
Gibt es eine gesetzliche Pflicht, einen Businessplan zu erstellen?
Nein, es gibt kein Gesetz, das dich dazu zwingt. Du kannst theoretisch morgen zum Gewerbeamt gehen und dich ohne ein einziges Blatt Papier anmelden. Aber: Sobald du Geld von Dritten willst – sei es ein Gründungszuschuss vom Staat, ein Kredit von der Bank oder Kapital von Investoren – wird der Businessplan zur Pflichtlektüre. Ohne Plan gibt es in der Regel keine Förderung und kein Darlehen.
2. Struktur & Inhalt (Der Textteil)
2. Struktur & Inhalt (Der Textteil)
Welche Kapitel darf ich in keinem Fall weglassen?
Streich das Wort „optional“ am besten gleich aus deinem Kopf. Ein kompletter Businessplan braucht zwingend:
- die Executive Summary (dein Aushängeschild),
- dein Gründerprofil (wer bist du?),
- die Geschäftsidee (was verkaufst du?),
- die Marktanalyse (wer sind die anderen?),
- dein Marketing & Vertrieb (wie finden dich Kunden?),
- die Organisation (Rechtsform & Standort) und
- den Finanzteil. Fehlt eines dieser Puzzleteile, wirkt dein ganzes Konzept für Banken oder Berater sofort instabil.
Was gehört in eine überzeugende Executive Summary?
Stell dir vor, du hast nur zwei Minuten Zeit, um jemanden von deiner Idee zu begeistern. Genau das macht die Summary. Sie ist keine Einleitung, sondern eine Zusammenfassung der Highlights. Schreib rein: Was ist das Problem? Was ist deine Lösung? Wer ist die Zielgruppe? Und – ganz wichtig – wie viel Geld brauchst du und wann rechnet sich das Ganze?
Kleiner Profi-Tipp: Schreib diesen Teil ganz zum Schluss, wenn der Rest des Plans schon steht.
Wie beschreibe ich mein Gründerprofil, wenn ich branchenfremd starte?
Keine Panik, du musst das Rad nicht neu erfinden. Wenn du ein „Quereinsteiger“ bist, konzentrier dich auf deine übertragbaren Fähigkeiten. Hast du früher Teams geleitet? Warst du im Vertrieb erfolgreich? Bist du ein Organisationstalent? Verkauf diese „Soft Skills“ als dein Fundament. Sei ehrlich, wo deine Lücken liegen, aber erklär direkt, wie du sie schließt – zum Beispiel durch Weiterbildungen oder erfahrene Partner an deiner Seite.
Wie detailliert muss die Marktanalyse für ein lokales Geschäft sein?
Wenn du ein Café in einem bestimmten Viertel eröffnest, bringt es dir nichts, die Kaffeekonsum-Statistiken von ganz Deutschland zu zitieren. Du musst dein Einzugsgebiet kennen. Wie viele Menschen laufen an deinem Laden vorbei? Wer wohnt dort (Studenten, Familien, Senioren)? Und wer sind deine drei direkten Konkurrenten in den Nebenstraßen? Je lokaler und konkreter deine Zahlen sind, desto eher glaubt dir die Bank, dass du deine Hausaufgaben gemacht hast.
Was ist der Unterschied zwischen Marketingstrategie und Vertriebskanal?
Das wird oft verwechselt, ist aber eigentlich ganz simpel:
- Marketing ist das „Trommeln“. Es geht darum, wie du Aufmerksamkeit erzeugst (z. B. Social Media, Flyer, SEO), damit die Leute wissen, dass es dich gibt.
- Vertrieb ist das „Kassieren“. Es ist der Weg, wie dein Produkt tatsächlich zum Kunden kommt (z. B. dein Onlineshop, ein Ladenlokal oder der Direktverkauf am Telefon).
Im Businessplan musst du zeigen, dass du für beides einen Plan hast – nur bekannt zu sein, füllt dein Konto nämlich noch nicht.
3. Zahlen, Daten, Fakten (Der Finanzteil)
3. Zahlen, Daten, Fakten (Der Finanzteil)
Welche Zeiträume muss die Finanzplanung abdecken (1, 3 oder 5 Jahre)?
In der Regel wollen Banken und Behörden eine Planung für die ersten drei Jahre sehen. Das erste Jahr ist dabei das wichtigste: Das solltest du auf Monatsebene aufschlüsseln, damit man genau sieht, wie du durch die kritische Startphase kommst. Für das zweite und dritte Jahr reichen dann oft Quartals- oder Jahresübersichten. Fünf Jahre sind meistens nur bei sehr kapitalintensiven High-Tech-Startups nötig – für eine normale Gründung ist das oft reine Kaffeesatzleserei.
Wie schätze ich meine Umsätze realistisch ein, wenn ich noch keine Kunden habe?
Das ist die schwierigste Übung, das wissen wir. Du darfst die Zahlen nicht einfach würfeln. Nutze zwei Wege:
- Bottom-Up: Wie viele Kunden kannst du pro Tag realistisch bedienen? Wie viele Stunden kannst du verkaufen?
- Marktvergleich: Schau dir Branchenwerte an (z. B. von der IHK oder Fachverbänden). Was setzt ein vergleichbarer Betrieb im ersten Jahr um? Wichtig ist: Sei lieber ein bisschen zu vorsichtig (konservativ) als zu optimistisch. Ein Banker merkt sofort, wenn die Zahlen „schöngefärbt“ sind.
Was gehört alles in eine vollständige Liquiditätsplanung?
Kurz gesagt: Alles, was dein Bankkonto bewegt. Es geht hier nicht um Gewinne auf dem Papier, sondern um echtes Geld.
- Einnahmen: Umsätze (netto!), Kreditauszahlungen, Eigenkapital.
- Ausgaben: Miete, Wareneinkauf, Marketing, Versicherungen, Gehälter, Zinsen und Tilgung.
Der Clou ist das Timing: Wenn du Ware im Januar kaufst, aber erst im März bezahlt wirst, muss dein Konto das Loch dazwischen überbrücken können. Genau das zeigt die Liquiditätsplanung.
Wie berechne ich meinen Break-Even-Point (Gewinnschwelle)?
Das ist der Moment, an dem deine Einnahmen exakt so hoch sind wie deine Ausgaben. Du rechnest dafür alle deine Fixkosten (Miete, Versicherungen etc.) zusammen und schaust, wie viel Deckungsbeitrag du pro verkauftem Produkt oder pro Stunde übrig hast (Verkaufspreis minus direkte Kosten wie Material).
Die Formel lautet:
Fixkosten / Deckungsbeitrag = benötigte Absatzmenge
In deinem Businessplan solltest du genau sagen können, in welchem Monat du diese Schwelle voraussichtlich erreichst.
Um dich zu unterstützen, stellen wir dir unter unseren Tools für Gründer einen einfachen Break-Even-Point-Rechner zur kostenfreien Verfügung.
Muss ich meine privaten Lebenshaltungskosten im Finanzplan offenlegen?
Ein ganz klares Ja. Besonders wenn du alleine gründest, bist du das Unternehmen. Die Bank oder das Arbeitsamt will sehen, ob dein Business genug abwirft, damit du deine Miete, dein Essen und deine private Krankenversicherung bezahlen kannst. Wenn du diesen Punkt weglässt, wirkt das unprofessionell – so als hättest du vergessen, dass du ja auch von etwas leben musst. Plane hier unbedingt einen realistischen Puffer ein!
4. Zielgruppen: Für wen schreibst du?
4. Zielgruppen: Für wen schreibst du?
Worauf achten Banken bei einer Kreditanfrage besonders?
Banker sind von Natur aus eher vorsichtig – ihr Job ist es, Risiken zu minimieren. Deshalb achten sie vor allem auf deine Kapitaldienstfähigkeit. Das ist ein sperriges Wort für: „Kannst du die Raten und Zinsen auch dann noch zahlen, wenn es mal einen Monat schlecht läuft?“ Außerdem schauen sie extrem genau auf dein Eigenkapital und deine Sicherheiten. Für die Bank ist dein Businessplan kein Werbeprospekt, sondern ein Sicherheitsnachweis.
Wie muss ich den Businessplan anpassen, wenn ich Business Angels oder Investoren anspreche?
Investoren ticken völlig anders als Banker. Während die Bank Sicherheit will, sucht der Investor nach Skalierbarkeit und Wachstum. Er will sehen, dass aus einem investierten Euro in ein paar Jahren zehn Euro werden. Hier musst du deinen USP (Alleinstellungsmerkmal) viel stärker betonen und zeigen, wie du den Markt erobern willst. Auch deine „Exit-Strategie“ – also wie der Investor später wieder mit Gewinn aussteigen kann – ist hier ein Riesenthema.
Was erwartet die Arbeitsagentur im Vergleich zu einer Bank vom Businessplan?
Der Arbeitsagentur geht es primär um die Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Sie will sicherstellen, dass deine Gründung „tragfähig“ ist. Das bedeutet: Kannst du nach spätestens sechs bis neun Monaten deine kompletten Lebenshaltungskosten und deine Sozialversicherungen (Krankenkasse!) selbst decken? Die Agentur interessiert sich weniger für riesige Gewinne, sondern vielmehr dafür, dass du nicht nach drei Monaten wieder beim Amt anklopfen musst.
Wie viel „Fachchinesisch“ ist im Textteil erlaubt?
Hier ist weniger oft mehr. Dein Sachbearbeiter bei der Bank oder bei der Agentur für Arbeit ist wahrscheinlich kein Experte für Quantenphysik oder spezialisierte Handwerkstechniken. Nutze Fachbegriffe nur dort, wo sie deine Kompetenz unterstreichen, aber erklär dein Geschäftsmodell so einfach, dass es auch deine Oma verstehen würde. Wenn der Leser erst googeln muss, was du eigentlich verkaufst, hast du ihn schon verloren.
Sollte ich verschiedene Versionen meines Businessplans erstellen?
Der Kern deines Plans bleibt immer gleich – du solltest deine Zahlen nicht fälschen, nur um jemanden zu gefallen. Aber ja, du solltest den Fokus anpassen.
- Für die Bank betonst du die Sicherheit und die stabilen Cashflows.
- Für Investoren feilst du an der Vision und der Marktbeherrschung.
- Für die Arbeitsagentur legst du den Schwerpunkt auf die soziale Absicherung und die persönliche Eignung.
Es ist wie bei einer Bewerbung: Das Fundament ist dein Lebenslauf, aber das Anschreiben passt du auf den jeweiligen Empfänger an.
5. Behörden & Gründungsförderung
5. Behörden & Gründungsförderung
Welche Anforderungen stellt die Arbeitsagentur für den Gründungszuschuss?
Die Arbeitsagentur ist streng: Dein Businessplan muss beweisen, dass deine Gründung deine Arbeitslosigkeit dauerhaft beendet. Wichtig ist die sogenannte „Tragfähigkeit“. Das bedeutet, dass du nach spätestens sechs Monaten genug verdienst, um deine Miete, dein Essen und – ganz wichtig – deine Krankenkassenbeiträge selbst zu zahlen. Außerdem musst du noch mindestens 150 Tage Restanspruch auf ALG I haben, wenn du startest. Ohne einen plausiblen Plan und die Bestätigung einer fachkundigen Stelle gibt es hier keinen Cent.
Benötige ich für das Einstiegsgeld (Jobcenter) einen anderen Businessplan?
Vom Aufbau her ist der Plan fast identisch, aber der Fokus verschiebt sich ein bisschen. Beim Jobcenter (Bürgergeld) geht es primär darum, dass du durch die Selbstständigkeit deine Hilfebedürftigkeit beendest oder zumindest deutlich verringerst. Das Jobcenter schaut oft noch genauer auf die Kosten: Sie wollen sehen, dass du nicht unnötig viel Geld für teures Equipment ausgibst, solange du noch Unterstützung beziehst. Ein solider Standard-Businessplan reicht aber meistens aus, wenn er diese Punkte klar adressiert.
Welche Rolle spielt der Businessplan bei der Beantragung von KfW-Startgeldern?
Eine zentrale Rolle! Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sieht dich nämlich nie persönlich. Dein einziger Botschafter ist dein Businessplan, den du bei deiner Hausbank einreichst. Die Bank prüft den Plan und leitet ihn an die KfW weiter. Wenn dein Plan Lücken hat oder die Zahlen unlogisch sind, winkt die Hausbank sofort ab, weil sie einen Teil des Risikos mit trägt. Dein Plan ist hier also quasi dein „Anwalt“ für das Bankgespräch.
Kann ein schlecht geschriebener Businessplan zur Ablehnung meines Förderantrags führen?
Ganz ehrlich? Ja, absolut. Ein lückenhafter oder unrealistischer Plan ist der häufigste Grund für Ablehnungen. Wenn dein Berater bei der Arbeitsagentur oder dein Banker das Gefühl hat, dass du deine Hausaufgaben nicht gemacht hast oder die Risiken ignorierst, wird er kein grünes Licht geben. Der Gründungszuschuss ist eine „Ermessensleistung“ – das heißt, du hast keinen rechtlichen Anspruch darauf. Du musst sie also wirklich von dir und deiner Idee überzeugen.
6. Die fachkundige Stelle & Tragfähigkeit
6. Die fachkundige Stelle & Tragfähigkeit
Wer gilt offiziell als fachkundige Stelle?
Du kannst dir deine fachkundige Stelle im Grunde aussuchen, solange sie staatlich anerkannt ist. Klassiker sind die Industrie- und Handelskammern (IHK) oder die Handwerkskammern (HWK). Aber auch Fachverbände, Kreditinstitute und Steuerberater gehören dazu. Besonders beliebt sind spezialisierte Gründungsberatungen, da sie oft schneller arbeiten und dich im Vorfeld schon coachen können. Wichtig ist nur: Die Stelle muss unabhängig sein und darf kein persönliches Interesse an deinem Erfolg haben (außer deiner Zufriedenheit natürlich).
Was genau wird bei der Tragfähigkeitsprüfung untersucht?
Stell dir das wie eine Plausibilitätsprüfung vor. Der Experte schaut sich drei Dinge an:
- Deine Person: Hast du die nötigen Fachkenntnisse und den Unternehmergeist?
- Dein Konzept: Ist die Marktanalyse logisch oder hast du dir die Konkurrenz nur schön geredet?
- Deine Zahlen: Sind die Einnahmen realistisch und reichen sie nach Abzug aller Kosten wirklich zum Überleben?
Es geht nicht darum, ob du Millionär wirst, sondern ob du dauerhaft aus der Arbeitslosigkeit rausbleibst.
Welche Unterlagen muss ich der fachkundigen Stelle neben dem Businessplan vorlegen?
Nur der Plan allein reicht meistens nicht. Pack auf jeden Fall deinen aktuellen Lebenslauf dazu (um deine Qualifikation zu beweisen) und den kompletten Finanzplan. Wenn du schon konkrete Angebote für Miete, Kooperationsverträge oder erste Absichtserklärungen von Kunden hast, lege sie obenauf. Das zeigt, dass du es ernst meinst.
Der Vordruck für eine Trangfähigskeitsbescheinigung liegt einer Fachkunden Stelle normalerweise vor.
Wie lange dauert es normalerweise, bis ich das Gutachten in den Händen halte?
Das ist sehr unterschiedlich. Bei der IHK oder HWK kann es gut und gerne mal zwei bis vier Wochen dauern, da dort viele Anträge liegen. Private Gründungsberater oder Steuerberater sind oft deutlich schneller und erledigen das innerhalb weniger Tage – vorausgesetzt, dein Plan ist gut vorbereitet. Wenn der Berater aber erst noch drei Mal nachhaken muss, weil im Finanzteil die Hälfte fehlt, verzögert sich das Ganze natürlich und führt oft zu einer negativen Bewertung.
Was kann ich tun, wenn die fachkundige Stelle meine Tragfähigkeit negativ bewertet?
Erstmal: Tief durchatmen. Ein „Nein“ ist kein endgültiges Ende, sondern ein Warnsignal. Frag ganz konkret nach den Gründen. Sind die Umsätze zu hoch angesetzt? Ist die Zielgruppe zu klein? Nutze das Feedback, um deinen Businessplan zu überarbeiten. Wenn du die Mängel behebst, kannst du den Plan erneut einreichen. Falls du das Gefühl hast, der Prüfer hat deine Branche einfach nicht verstanden, darfst du dir natürlich auch eine Zweitmeinung bei einer anderen fachkundigen Stelle einholen.
7. Erstellung: DIY vs. Professionelle Hilfe
7. Erstellung: DIY vs. Professionelle Hilfe
Kann ich den Businessplan komplett mit einer Online-Vorlage erstellen?
Klar kannst du das, aber wir warnen dich vor der „Copy-Paste-Falle“. Eine Vorlage ist super, um eine Struktur zu haben und nicht vor einem leeren weißen Blatt zu sitzen. Aber: Banken und das Arbeitsamt kennen die gängigen Gratis-Muster in- und auswendig. Wenn dein Text nach „Standard-Floskel“ klingt und deine Zahlen nicht exakt auf dein Vorhaben zugeschnitten sind, wirkst du sofort unprofessionell. Nutze Vorlagen als Gerüst, aber fülle sie mit deinem eigenen Herzblut und echten, lokalen Daten.
Wie viel Zeit muss ich realistisch für die Erstellung einplanen?
Unterschätz das bitte nicht. Ein Businessplan ist kein Wochenendprojekt, das man mal eben zwischen zwei Netflix-Folgen runterschreibt. Wenn du dich wirklich reinkniest, solltest du zwei bis vier Wochen einplanen. Warum so lange? Weil du zwischendurch immer wieder recherchieren musst: Was kosten die Versicherungen? Wie hoch ist die Ladenmiete wirklich? Was verlangt die Konkurrenz? Das Schreiben selbst geht oft fix, aber die Recherche und das Durchdenken der Zahlen brauchen Zeit.
Warum ist eine externe Meinung (Sparring) während des Schreibens so wertvoll?
Ganz einfach: Weil du wahrscheinlich gerade deine „Gründer-Brille“ aufhast und alles rosarot siehst. Das nennt man Betriebsblindheit. Ein externer Berater oder ein kritischer Bekannter stellt dir genau die unangenehmen Fragen, die dir später auch der Banker stellen wird. „Was machst du, wenn Kunde X nicht zahlt?“ oder „Warum sollte ich ausgerechnet zu dir gehen und nicht zum Laden um die Ecke?“. Es ist viel besser, diese Lücken jetzt zu finden, als erst im offiziellen Gespräch.
Darf ein Berater den Businessplan komplett für mich schreiben?
Für den Gründungszuschuss und die Förderungen der Jobcenter ist das verboten. Für eine Bank oder einen Investor lautet die Antwort: Technisch gesehen ja, aber wir raten dir dringend davon ab. Warum? Weil du dein Konzept im Schlaf beherrschen musst. Wenn du bei der Bank sitzt und der Sachbearbeiter dich fragt, wie du auf deine Marketingkosten kommst, kannst du schlecht sagen: „Keine Ahnung, das hat mein Berater so reingeschrieben.“ Ein guter Berater ist dein Sparrings-Partner: Er gibt dir einen Schubs in die richtige Richtigung, hilft dir bei den Formulierungen und prüft die Logik, aber die inhaltliche Federführung muss bei dir liegen. Es ist dein Business, nicht seines.
Welche Software-Tools sind für die Finanzplanung wirklich hilfreich?
Excel ist natürlich der Klassiker – wenn du dich damit auskennst. Es ist extrem flexibel, aber man zerschießt sich auch schnell mal eine Formel. Wenn du es geführter magst, schau dir die Tools der Unternehmenswerkstatt Deutschland - ein Angebot der IHK - an. Diese führen dich Schritt für Schritt durch die Fragen und erstellen am Ende automatisch einen sauberen Finanzteil. Das spart dir das Anfangen auf einem weißen Blatt und sieht optisch meistens sehr professionell aus.
Auch im Rahmen unsere Gründungsberatung begleiten wir dich vollumfänglich bei der Erstellung deines Businessplans.
8. Finanzierung des Businessplans (AVGS & Förderung)
8. Finanzierung des Businessplans (AVGS & Förderung)
Wie beantrage ich einen AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) für meine Gründungsberatung?
Das ist eigentlich ganz unkompliziert: Du fragst direkt bei deinem zuständigen Sachbearbeiter in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter danach. Am besten erklärst du kurz, dass du gründen willst und professionelle Hilfe beim Businessplan und der Finanzplanung benötigst, um deine Erfolgsaussichten zu maximieren. Da der AVGS eine „Ermessensleistung“ ist, hast du zwar keinen Rechtsanspruch, aber die meisten Berater sind froh, wenn du dich professionell vorbereitest, statt später zu scheitern.
Übernimmt die Arbeitsagentur die Kosten für die Erstellung meines Businessplans zu 100 %?
Ja, wenn du ein Coaching über einen AVGS machst, entstehen für dich meistens null Euro Kosten. Die Arbeitsagentur rechnet direkt mit dem zertifizierten Bildungsanbieter oder Berater ab. Wichtig ist nur, dass du den Gutschein vor dem Start des Coachings hast und der Berater für dieses Verfahren zugelassen ist. So bekommst du Expertenwissen im Wert von oft mehreren tausend Euro geschenkt.
Gibt es Beratungsprogramme für Gründer, die bereits angemeldet sind?
Absolut! Wenn du den Startschuss schon gegeben hast und dein Gewerbe bereits angemeldet ist, hilft dir das Programm der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Hier wird kein Gutschein ausgegeben, sondern du bekommst einen Zuschuss zu den Beratungskosten. Je nachdem, wo du in Deutschland gründest, übernimmt der Staat 50 % bis 80 % des Honorars. Das ist ideal, um den Businessplan nach den ersten Monaten noch einmal nachzujustieren oder ganz neu zu erarbeiten, um z.B. das KfW-Startgeld zu beantragen.
Woran erkenne ich einen seriösen Gründungsberater für die Businessplan-Erstellung?
Ein guter Berater verspricht dir keine Wunder („In 2 Stunden zum fertigen Plan!“), sondern stellt dir kritische Fragen. Achte darauf, ob er für den AVGS zugelassen ist oder bei der BAFA gelistet wird – das ist schon mal ein Qualitätssiegel. Ein seriöses Profi zeigt dir Referenzen und hat Erfahrung mit deiner speziellen Branche. Und ganz wichtig: Die Chemie muss stimmen! Er sollte dir helfen, den Plan mit dir gemeinsam zu entwickeln, statt ihn dir einfach nur vorzusetzen.
Kann ich den AVGS auch nutzen, wenn ich noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehe?
In der Regel leider nein. Der AVGS ist primär für Menschen gedacht, die aktuell arbeitslos oder „von Arbeitslosigkeit bedroht“ sind (z. B. wenn dein Vertrag bald ausläuft und du schon arbeitssuchend gemeldet bist). Wenn du noch fest im Sattel sitzt und nebenbei gründen willst, musst du die Beratung meist selbst zahlen. Aber hey, schau mal in deinem Bundesland nach: Es gibt oft regionale Fördertöpfe oder Gründungsstipendien, die auch Angestellte in der Vorbereitungsphase unterstützen!
Nimmer gerne Kontakt zu uns auf und wir schauen gemeinsam, ob es eine passende Fördermöglichkeit für dich gibt,
9. Typische Fehler & Stolperfallen
9. Typische Fehler & Stolperfallen
Warum ist die Aussage „Ich habe keine Mitbewerber“ ein Warnsignal für Leser?
Ganz ehrlich: Wenn du das schreibst, glaubt dir kein Banker oder Berater. Es gibt fast immer Konkurrenz – entweder direkte (die genau das Gleiche machen wie du) oder indirekte (die das Problem deiner Kunden auf eine andere Weise lösen). Wenn du behauptest, es gäbe niemanden, wirkt das so, als hättest du den Markt nicht recherchiert oder – noch schlimmer – als gäbe es für deine Idee schlichtweg keinen Markt. Such lieber gründlich und zeig, was du besser machst als die anderen.
Was passiert, wenn meine Umsatzprognosen zu optimistisch gewählt sind?
Das fliegt dir spätestens im Finanzgespräch um die Ohren. Wenn du im ersten Monat schon Umsätze wie ein etabliertes Unternehmen planst, wirkt das unglaubwürdig. Das Problem: An diesen Zahlen hängen deine Ausgaben und dein Kapitalbedarf. Wenn die Umsätze dann nicht kommen, bist du sofort zahlungsunfähig. Plane lieber „konservativ“ – also mit dem Worst-Case-Szenario. Wenn es dann besser läuft: super! Aber dein Plan muss auch bei mäßigen Verkäufen überleben.
Warum scheitern viele Businesspläne an einer unzureichenden Zielgruppendefinition?
„Meine Zielgruppe sind alle zwischen 18 und 99 Jahren“ – das ist der Klassiker unter den Fehlern. Wer jeden ansprechen will, erreicht am Ende niemanden, weil das Marketing viel zu teuer und unpräzise wird. Du musst genau wissen: Wo wohnen meine Kunden? Was arbeiten sie? Welche Sorgen haben sie? Je spitzer du deine Zielgruppe definierst, desto effektiver und günstiger kannst du werben. Ein klarer Fokus zeigt dem Leser, dass du weißt, wen du eigentlich erreichen willst.
Wie vermeide ich es, dass mein Businessplan wie ein Werbeprospekt wirkt?
Ein Businessplan ist eine sachliche Analyse, keine Verkaufsbroschüre. Natürlich sollst du von deiner Idee überzeugt sein, aber vermeide zu viele Adjektive wie „einzigartig“, „revolutionär“ oder „total einfach“. Bleib bei den Fakten. Statt zu schreiben: „Wir haben das tollste Produkt“, schreib lieber: „Unser Produkt spart dem Kunden im Vergleich zum Marktführer 20 % Zeit durch Prozess X“. Zahlen und Belege überzeugen Profis viel mehr als blumige Worte.
Welche Puffer sollte ich für unvorhergesehene Kosten und Steuern einplanen?
Gründen ist teurer, als man denkt. Ein typischer Fehler ist es, die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu vergessen. Das Geld auf deinem Konto gehört dir nicht komplett! Plane im Finanzteil unbedingt eine Reserve für Unvorhergesehenes ein (ca. 10 % der Betriebskosten). Und denk an deine private Absicherung: Krankenkasse und Altersvorsorge fressen am Anfang einen großen Teil deines Gewinns auf. Wer hier zu knapp kalkuliert, steht nach dem ersten Jahr vor einem riesigen Problem mit dem Finanzamt.
10. Nach der Gründung: Der Businessplan als Werkzeug
10. Nach der Gründung: Der Businessplan als Werkzeug
Wie oft sollte ich meinen Businessplan nach dem Start aktualisieren?
Wir empfehle dir: Mach ein festes Ritual daraus deine strategischen Dokumente regelmäßig auf den neusten Stand zu bringen. Einmal im Quartal solltest du dich für ein paar Stunden einsperren und schauen, ob die Richtung noch stimmt. Spätestens nach dem ersten Jahr ist ein großer Check-up fällig. Die Welt da draußen verändert sich schnell – neue Konkurrenten tauchen auf oder Kunden wollen plötzlich etwas ganz anderes. Wenn du dann wieder Mal einen Businessplan brauchst, liegen alle Daten und Informationen bereit, um einen bereits erfolgreich genutzten Plan auf den neusten Stand zu bringen.
Wie führe ich einen Soll-Ist-Vergleich mit meinem Finanzplan durch?
Das ist im Grunde wie Wiegen beim Abnehmen: Es tut manchmal weh, ist aber nötig. Du nimmst deine echten Zahlen aus der Buchhaltung (Einnahmen und Ausgaben) und legst sie direkt neben die Prognosen aus deinem Businessplan. Wo hast du zu viel ausgegeben? Warum sind die Umsätze niedriger oder vielleicht sogar höher als gedacht? Dieser Vergleich ist dein Frühwarnsystem. Er zeigt dir, ob du gegensteuern musst, bevor das Konto leer ist.
Dient der Businessplan auch als Grundlage für spätere Wachstumsfinanzierungen?
Definitiv! Wenn dein Laden läuft und du nach zwei Jahren expandieren willst – zum Beispiel eine zweite Filiale eröffnen oder ein neues Produkt entwickeln – ist dein alter Businessplan dein bestes Fundament. Du musst ihn nicht neu schreiben, sondern nur fortschreiben. Das Beste daran: Du hast jetzt echte Erfahrungswerte und musst nicht mehr so viel schätzen. Das macht dich bei der Bank für den nächsten großen Kredit extrem glaubwürdig.
Wann ist ein Businessplan „fertig“ – oder ist er das nie?
Ganz ehrlich? Ein Businessplan ist fertig, wenn du damit das Ziel für das du ihn geschrieben hast erreicht hast. Er ist kein lebendiges Dokument. Dafür solltest du eine Reihe an strategischen Dokumenten haben. Bringe diese strategischen Dokumente regelmäßig auf einem aktuellen Stand und nutze sie dann für die Überarbeitung deines Businessplans, wenn du ein neues Ziel hast für den du ihn brauchst.

Gründungsberatung kostenfrei! Dank AVGS.Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, kurz AVGS, ist das Instrument, um arbeitslosen Gründungswilligen eine Beratung kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Im Normalfall genügt es bereits, wenn du freigestellt und arbeitssuchend gemeldet bist, damit dir dein Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit einen AVGS ausstellen kann. Frage dazu einfach proaktiv deinen Sachbearbeiter.
Als AZAV-zertifizierter Bildungsträger dürfen wir diese Gutscheine annehmen und rechnen dann direkt mit dem Träger ab, sodass für dich keinerlei Kosten entstehen.
Du hast keinen Anspruch auf einen AVGS?
Kein Problem!
Wir sind bei weiteren Förderprogrammen gelistet wie bspw. der BAFA Unternehmensberatung für KMU oder dem Beratungsprogramm Wirtschaft NRW.
Die Förderquoten für dich belaufen sich hier normalerweise auf 50 % bis 100 % der Gesamtkosten unserer Gründungsberatung.
Schreib uns einfach eine Nachricht und wir kümmern uns gemeinsam um die Beantragung!
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